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Medienkonzept des LG

Sachlicher Zusammenhang

Im Rahmen des Projektes "d3SX" sollen fünf Schulen ein Medienkonzept entwickeln und dem Stadtrat vorstellen. Eine dieser Schulen ist das Leibniz-Gymnasium.

Der hier vorgestellte Vorschlag orientiert sich an folgenden Prinzipien:

  • In mehreren Jahrgangsstufen werden von allen Schülern und Schülerinnen Medien aktiv genutzt.
  • Die Vermittlung von Medienkompetenz liegt in den Händen verschiedener Lehrer/innen und Fächer.
Medienkompetenz

Die Schüler/innen sollen neben fachlichen, methodischen und sozialen Kompetenzen auch Medienkompetenz erwerben, um in der heutigen und zukünftigen Informationsgesellschaft bestehen zu können. Medienkompetenz umfasst u.a.:
- Medienangebote sinnvoll, d.h. zielgerichtet auszuwählen, zu nutzen und zu gestalten
- Medienbotschaften zu verstehen und zu bewerten
- Medieneinflüsse zu erkennen und aufzuarbeiten
Um diese Fähigkeiten zu erreichen, müssen alle Schüler vergleichbare Erfahrungen mit den Neuen Medien machen, es muss von Schulseite her der „Tendenz einer digitalen Zwei-Klassen-Gesellschaft“ entgegen gewirkt werden.
Ausbildungsbetriebe setzen zunehmend Grundkenntnisse in der Textverarbeitung und Tabellenkalkulation voraus. Mit dem Computer angefertigte Bewerbungsschreiben sind inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Studierfähigkeit beinhaltet ebenfalls als Basiskompetenz den Umgang und die selbstständige Nutzung der Neuen Medien.
Deshalb sollten die Schüler des Leibniz-Gymnasiums während ihrer in der Regel neunjährigen Schulzeit in möglichst vielfältigen Situationen/ Fächern den Computer als Werkzeug zum Darstellen, Bearbeiten, Konstruieren, Recherchieren und Präsentieren von Arbeitsergebnissen einsetzen, dementsprechend sollten sie eingeführt werden in Programme/ Software, die dieses ermöglichen.
Schüler/innen des Leibniz-Gymnasiums sollen

  • den Computer als Werkzeug zum Schreiben, Zeichnen, Kalkulieren und Präsentieren (Office-Programme) einsetzen,
  • in multimedialen Lernumgebungen den PC als Werkzeug zur Beschaffung und Verarbeitung von Informationen (CD-Rom, Internet, Selbstlernprogramme) erfahren,
  • die Informationen nutzen und kritisch bewerten,
  • durch den Einsatz von Simulationsprogrammen komplexe Prozesse besser verstehen,
  • das Internet als Instrument der Kommunikation (E-Mail, Webseiten erstellen) und zum Datenaustausch nutzen,
  • mit den neuen Kommunikationsprogrammen ihre Teamkompetenz stärken,
  • durch Nutzung des Werkzeugs Computer das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen üben und stärken.

Das Konzept ist sequentiell und spiralig angelegt und soll regelmäßig in Fach- und Fachbereichskonferenzen unter Beteiligung von Lehrern/innen, Schülern/innen und Eltern evaluiert und gegebenenfalls verändert oder ergänzt werden.

 

Zuordnung der Kompetenzen zu Medien, Jahrgangsstufen und Fächern
Kompetenzen Fach - Beispielthema Medien (Beispiel) Jgst.
Basisqualifikationen:
- Umgang mit der Tastatur, Datei erzeugen, sinnvollen Dateinamen vergeben, Dateiformat auswählen, Datei in vorgegebenen Ordner abspeichern, mit dem PC schreiben.
- Anwenden der genannten Basisqualifikationen

PC-Kurs: 1-stündig über ein Halbjahr.

Deutsch - Erzählungen / Märchen

Betriebssystem (Windows), Textverarbeitung 5
Material aspektbezogen auswählen und drucken Geschichte - Im alten Rom
Politik
Erdkunde
Digitale Lexika (Brockhaus) 6/7
Mit englischen Partnern kommunizieren Englisch (bilingual) - Die englische Partnerschule und –stadt kennenlernen E-Mail Programm 7/8
Erstellen von zahlbasierten Tabellen und mit diesen rechnen.
Darstellen der Ergebnisse in Diagrammen
Mathematik - Auswerten von Würfelexperimenten, Zinseszinsrechnung Tabellenkalkulation (Excel) 7
Geometrische Zusammenhänge entdecken und geometrische Formen dynamisch verändern Mathematik - Besondere Linien im Dreieck, Satz des Thales, Achsen- und punktsymmetrische Figuren Geometrieprogramm (Dynageo) 7/8
Begriffslexikon anlegen, Schlagworte vergeben, sortieren und recherchieren Erdkunde
Politik
Textverarbeitung, Datenbank (Access) 7 - 13
- Dateigröße von Bilddateien für das Internet sinnvoll reduzieren.
- Typografische Grundlagen und Funktionen kennen.
- Bilder und Grafiken bearbeiten (proportional verkleinern, beschneiden, umgestalten)
Kunst
Erdkunde
Politik
Bildbearbeitung (Photoshop), Grafikprogramm (Corel Draw) 8
Naturwissenschaftliche Phänomene mit Simulationssoftware erforschen Biologie – Umgang mit Modellen
Chemie - Chemisches Gleichgewicht
Physik - Relativitätstheorie
Simulationssoftware 8 - 13
- Zielgerichtet Material im Internet finden (Boolsche Suchkriterien).
- Qualität von Internetangeboten auswerten und beurteilen.
- Aktuelle Lerninhalte per Internet aneignen
Erdkunde (evt. auch ab Jg. 7)
Mathematik - In „Lernen lernen“: Satz des Pythagoras Biologie – Aktualisierung von Lehrbuchinhalten
Internet-Zugang, Browser 9 - 13
- Umfrage durchführen, Daten erheben, auswerten und grafisch darstellen.
- Selbstständig lernen mit neuen Medien sowie den eigenen Lernprozess und die resultierenden Ergebnisse reflektieren
Mathematik - Statistik,
Lineare Funktionen und Koordinatengeometrie (Selma)
Tabellenkalkulation (Excel) Selbstlernprogramm 11
Ergebnisse präsentieren Ergebnisse der Projekttage präsentieren Präsentationsprogramm (Powerpoint, HTML-Editor) 11
Unterrichtsinhalte mit den Neuen Medien darstellen und aufarbeiten:
- Bebildertes Lexikon erstellen.
- Unterrichtsergebnisse, Referate, Hausarbeiten etc. auf einer Website veröffentlichen
Kunst - Stilgeschichte der Kunst
Erdkunde
Internet-Zugang, Browser, Scanner, Präsentationsprogramm, Grafikprogramm mit Layern, Screenshot-Programm, HTML-Editor 11 - 13
Mit einem CAS-System rechnen Mathematik Mupad 11 - 13
Wissenschaftlichen Text schreiben (Fußnoten, fortlaufende Seitenzählung, Rechtschreibprüfung, Inhaltsverzeichnis) Workshop „Lernen lernen“ (Facharbeit) Textverarbeitung 12
Bilder umgestalten und montieren Kunst - Surrealismus, Design und Werbung Bildbearbeitung (Photoshop) 12
Umgang mit neuen Verfahrenstechniken Biologie – PCR, Gentechnik   12
Sachzusammenhänge durch eine Animation illustrieren Politik/Informatik - Mehrheits- und Verhältniswahl Animationsprogramm (Flash) 12
Unterrichtsinhalte für eine Präsentation als Slide-Show oder als interaktiven Hypertext aufarbeiten

Biologie
Erdkunde
Kunst

Präsentationsprogramm (Ragtime, HTML-Editor), Grafikprogramm mit Layern (CorelDraw), 12 - 13

 

Selbstlernzentrum

Der AIR-Raum (Arbeits- und Informations-Raum), der bisher vor allem zur Unterrichtsnachbereitung und Vorbereitung von Klausuren dient, soll zu einem Selbstlernzentrum ausgebaut werden.
Hier sollen die Schüler in Freistunden und nach dem Unterricht die Möglichkeit haben mit „alten“ und „neuen“ Medien zu arbeiten.
Im Fach Mathematik wird das Ziel des „Selbstorganisierten und selbstbestimmten Lernens“ besonders in der Oberstufe bereits durch Einsatz von verschiedenen Programmen sehr konkret umgesetzt. Da nicht alle Schüler/innen über einen PC bzw. PC mit Internetzugang verfügen, muss die Arbeitsmöglichkeit mit diesen Programmen von Schulseite her ermöglicht werden.
Ein Internetzugang ist notwendig und die Einbindung in das d3SX-Projekt unumgänglich, da die bisherige Betreuung des einzigen PCs im AIR-Raum durch Schüler zwar funktioniert und auch wahrgenommen wird, aber teilweise von Mitschülern „boykottiert“ wird, wenn z.B. artfremde Software (Spiele) installiert werden.
Der entsprechende Antrag an das Medienzentrum ist im November 2003 gestellt worden.

 

Offene Fragen

1. Müssen Fachinhalte zugunsten der im Medienkonzept enthaltenen Kompetenzen vernachlässigt werden?

2. Wie wird das Fach Informatik in das Medienkonzept integriert?

3. Wie können die Probleme der ITG/IKG (Informationstechnische Grundbildung/Informations- und Kommunikationstechnologische Grundbildung) vermieden werden?

4. Im welchem Rahmen werden Lehrkräfte fortgebildet?

5. Wer bringt den Schülern das Blindschreiben mit zehn Fingern bei?

6. Auf Kosten welcher Unterrichtsaktivitäten engagieren sich die Kollegen?

7. Von welchen Voraussetzungen (Ergebnisse außerschulischer Lernsituationen) können wir ausgehen?

8. Wie lassen sich die inter-individuellen Voraussetzungen konkret "abfedern"?

9. Welche Qualifikationen gelten als obligatorisch?

Die Pädagogische Konferenz am 27.11.2003 zeigte, dass die Kompetenzen konsensfähig sind, diese Liste jedoch ergänzt werden kann.

 

Anregende Links und Fundstellen

Prof. Dr. G. Tulodziecki u.a. (http://www.learn-line.nrw.de/angebote/lehrerfortbildung/)

NRW-Bildungsserver "learnline" (http://www.learn-line.nrw.de/angebote/medienbildung/)

Für einzelne Fächern siehe Kontakt:Linkliste!

Die "e-nitiative" zum Thema Medienecke im Klassenraum

Literatur zur Medienkompetenz (10 alt und doch neu!)

R. Kabzinski-Kenkmann: Gestaltung interaktiver Bilderbücher, in: LOG IN, Heft Nr. 4 (1995), S. 59-66
R. Kabzinski-Kenkmann: Selbstentfaltung oder Anpassung am Arbeitsplatz? [Digitale Bildbearbeitung; Umgestaltung des Fotos von L.W. Hine "The Powerhouse Mechanic"], in: Computer+Unterricht, Heft-Nr. 11 (1993), S. 39-45
R. Kabzinski-Kenkmann: Alroundtalent sucht individuelle Generalisten [Gestaltung digitaler bebilderter Lexika], in: Computer+Unterricht, Heft-Nr. 11 (1994), S. 26-32


Checklisten

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Erstellt am 29. Mai 2003
Stand: 20. Jan. 2004
Dabrock, Kabzinski, Weber

 
    
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